Bach und Weinberger – in the top rank

Das Jahr 2000 – es dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben – ist Bach-Jahr. Konzerte, Festivals, Events, CD-Editionen: Wir werden überschwemmt mit Tönen des Thomaskantors. Allerdings – Überschwemmungen dieser Art richten wohl kaum Schaden an, unter Umständen breiten sie fruchtbaren Boden, wo bisher Kargheit herrschte. Bach, der Gigant unter den Komponisten, war eh immer präsent in unserem Konzertleben und es besteht nicht die Gefahr, daß sich das nach diesem Jubiläumsjahr ändern wird. Die Facetten des Bachschen Werkes sind so unendlich vielfältig, daß es immer noch interpretatorisch Neues dazu zu sagen gibt.

So ist z.B. sein Orgelwerk ein musikalischer Kosmos ohnegleichen. Für jeden Organisten war, ist und wird dieser Kosmos immer eine Herausforderung in jeder Hinsicht bleiben. Wenn überhaupt irgendwo, dann macht eine Vielzahl erstklassiger Interpretationen, die ja immer auch nur Annäherungen an dieses klingende Wunder sein können, hier Sinn. Zumal bei jeder Aufführung eines Orgelwerks nicht nur der Interpret, sondern auch das jeweilige Instrument ganz maßgeblich die Interpretation bestimmt. Nach diesen einleitenden Worten nun also heraus mit der Sprache: Gerhard Weinberger, der herausragende Organist und ausgewiesene Kenner des Bachschen Orgelwerks, unternimmt für cpo eine Neueinspielung des Gesamtœuvres. Dabei war neben der künstlerischen Persönlichkeit Weinbergers sein Konzept dieser Edition ausschlaggebend, das in dieser Form bisher noch nicht realisiert wurde: Die ausnahmslose Verwendung historischer Instrumente des 18. Jahrhunderts, bei denen der Originalklang weitgehend erhalten geblieben ist. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Orgeln in Thüringen und Sachsen – der Heimat und Wirkungsstätte der Bache. In dieser Form war das in früheren Jahren nicht möglich: erst durch die Öffnung der innerdeutschen Grenze wurde der Zugang zu diesen Instrumenten möglich gemacht. Die bis jetzt erschienenen 5 Volumina trafen – immerhin bei einem kaum überschaubaren Konkurrenzangebot – auf ein fast hymnisches Presseecho, wie es z.B. der Kritiker des BBC Music Magazine für Vol. 3 formulierte: "The exceptional quality of the restored Wagner organ, together with the intensity of musicianship puts Gerhard Weinberger in the top rank." Fono Forum machte es noch kürzer: "Vorzüglich!"

Burkhard Schmilgun

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Stand: 3. Mai 2006